In diesem Jahr, in dem wir die Weltwasserwoche feiern, ist die Botschaft klar: “Grenzen überwinden: Wasser für eine friedliche und nachhaltige Zukunft”. Was heute getan werden muss, wird die Zukunft dieser lebenswichtigen Ressource maßgeblich beeinflussen. Wasser kennt keine Grenzen, denn es verbindet Menschen, Ökosysteme und Volkswirtschaften in einem komplexen Netz der gegenseitigen Abhängigkeit. Der Klimawandel, die rasche Verstädterung und die steigende Nachfrage stellen jedoch eine erhebliche Bedrohung für diese grundlegende Ressource dar.
Wer steht unter Wasserstress?
Bevor wir über Lösungen sprechen, sollten wir zunächst einen Schlüsselbegriff definieren: Wasserstress. Wasserstress entsteht, wenn nicht genügend sauberes Wasser vorhanden ist, um die Bedürfnisse von Mensch und Natur zu befriedigen. Dies ist nicht nur ein potenzielles Problem der Zukunft, sondern eine aktuelle Realität, von der Millionen von Menschen auf der ganzen Welt betroffen sind, auch in vielen Teilen Europas. Nach Angaben der Europäischen Umweltagentur (EUA) sind jedes Jahr etwa 20% der Fläche Europas und 30% der Europäer von Wasserstress betroffen, wobei Dürren und Wasserknappheit immer häufiger auftreten1.
Südeuropa, eine Region, die für ihre einzigartige Schönheit und reiche Kultur bekannt ist, ist besonders anfällig für Wasserknappheit, vor allem in den Sommermonaten. Die hohe Nachfrage aus der Landwirtschaft, der öffentlichen Wasserversorgung und dem Tourismus setzt die verfügbaren Wasserressourcen stark unter Druck. Der Klimawandel verschärft diese Herausforderung und führt zu häufigeren und schwereren Dürreperioden. Wasserstress ist ein ständiges Problem in Regionen wie dem italienischen Po-Becken, dem spanischen Guadiana und Segura und auf Mittelmeerinseln wie den Balearen, Kreta und Sizilien.2. Bei einem Temperaturanstieg von 3°C könnte der Abfluss der Flüsse im Sommer um bis zu 40% zurückgehen, was den dringenden Handlungsbedarf unterstreicht1.
Bewältigung von Wasserstress durch wassersensible Stadtgestaltung
Um diesen Herausforderungen zu begegnen, hat die Die Agenda 2030 der UN unterstreicht die Bedeutung einer nachhaltigen Wasserbewirtschaftung durch Ziel 6 (Sauberes Wasser und sanitäre Einrichtungen) und Ziel 14 (Leben unter Wasser). Da der Wasserstress jedoch weiter zunimmt, sind sofortige Lösungen unerlässlich.
Die wassersensible Stadtgestaltung (WSUD) integriert das Wassermanagement in die Stadtplanung und bietet einen proaktiven Ansatz, der eine effiziente Wassernutzung fördert, den natürlichen Wasserkreislauf schützt und die städtischen Wasserwege verbessert. Techniken wie begrünte Dächer, Regengärten und durchlässige Bürgersteige helfen den Städten, die Umweltverschmutzung zu verringern, die Auswirkungen des Klimawandels zu bekämpfen und eine widerstandsfähigere, lebenswerte Umgebung zu schaffen.
Durch die Förderung grüner Technologien und nachhaltiger Praktiken unterstützt IMPRESS die Ziele der EU, die Wassersicherheit zu verbessern und aquatische Ökosysteme zu schützen. Diese gemeinsame Anstrengung ist entscheidend für die Verwirklichung der Ziele der Agenda 2030 und die Stärkung der Widerstandsfähigkeit der europäischen Städte.
[1]: Europäische Umweltagentur (2021) ‘Wasserstress ist ein großes und wachsendes Problem in Europa’, verfügbar unter: https://www.eea.europa.eu/highlights/water-stress-is-a-major (Veröffentlicht am 21. Oktober 2021)
[2] : WISE-Freshwater (2024) ‘Wasserressourcen in Europa’, verfügbar unter: https://water.europa.eu/freshwater/europe-freshwater/freshwater-themes/water-resources-europe?activeAccordion=c448aa13-edfb-4c1b-a888-3337895607c0 (Veröffentlicht am 28. Februar 2024).